Kein Support mehr für mein Windows – was nun?

Am 14. Januar 2020 endete der Support für Windows 7 sowie Windows Server 2008 und 2008 R2. Falls Sie noch nicht auf Windows 10 oder Windows Server 2016 bzw. 2019 migriert haben und nach wie vor eines dieser Betriebssysteme einsetzen, so beantworten wir für Sie nachfolgend gerne die zehn häufigsten Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellen.

Was heisst Support-Ende ganz genau?

Support-Ende bedeutet, dass keine regelmässigen, kostenlosen Sicherheitsupdates mehr bereitgestellt werden. Ausserdem gibt es auch keine kostenlose technische Unterstützung bzw. keinen Support seitens des Herstellers mehr.

Mein Windows 7 oder 2008/R2 läuft aber schon noch weiter?

Auch wenn aus den bereits genannten Gründen davon abgeraten wird, kann ein Betriebssystem auch nach Ablauf des Supports weiterhin installiert und aktiviert werden.

Es gibt doch auch noch so etwas wie einen Extended Support?

Ja, Microsoft bietet Unternehmenskunden bis maximal Januar 2023 sogenannte Extended Security Updates (ESU) für Windows 7 sowie Windows Server 2008 und 2008 R2 an. Diese enthalten Sicherheitsupdates für kritische und wichtige Probleme – sind aber nur für bestimmte Betriebssystemversionen (z.B. Windows 7 Professional und Enterprise) verfügbar sowie kostenpflichtig.

Lohnt sich der Kauf der Extended Security Updates (ESU)?

Grundsätzlich löst man mit den Extended Security Updates das Problem nicht, man schiebt es nur hinaus. In spätestens drei Jahren wird man die Betriebssystemmigration trotzdem in Angriff nehmen müssen. Falls es aber Gründe gibt, warum eine Migration momentan noch nicht in Frage kommt, dann sind die ESU sicher eine bessere Lösung als gar keine Sicherheitsupdates mehr.

Welche Gründe gibt es, um trotz Support-Ende auf Windows 7 zu bleiben?

Es kann Applikationen geben, die explizit für Windows 7 geschrieben wurden und nur auf diesem Betriebssystem laufen. Ist das der Fall, sollte – falls das nicht schon getan wurde – aber möglichst schnell mit dem Hersteller Kontakt aufgenommen und über eine Aktualisierung, Virtualisierung oder den Ersatz dieser Applikation diskutiert werden.

Ich muss vorläufig auf Windows 7 bleiben, nutze gleichzeitig aber bereits Office 365. Sind da Probleme zu erwarten?

Die Verwendung von Office 365 auf älteren, nicht mehr unterstützten Betriebssystemen kann mit der Zeit zu Leistungs- und Zuverlässigkeitsproblemen führen. Wer nach wie vor Windows 7 nutzt, wird zudem zwar bis Januar 2023 noch Sicherheitsupdates für Office 365 erhalten, Funktionsupdates wird es aber keine mehr geben. Und es gibt auch in diesem Fall keine technische Unterstützung bzw. keinen Support seitens des Herstellers mehr.

Was ist mit anderen Versionen von Office auf Windows 7?

Alle sogenannten Non-Subscription-Versionen von Office, also beispielsweise Office 2016 und Office 2013, werden bis zu ihrem jeweiligen Support-Ende nach wie vor unterstützt. Wann ihr Support endet, erfahren Sie auf support.microsoft.com/de-ch/lifecycle/search.

Könnte ich sonst irgendwo in Probleme laufen?

Nach dem offiziellen Support-Ende von Windows 7 ist es sehr wahrscheinlich, dass über kurz oder lang auch andere Software- und Hardware-Hersteller ihre Unterstützung einstellen. Zudem ist es so, dass beispielsweise Banken Dienstleistungen wie das Online Banking aus Sicherheitsgründen nicht mehr auf Systemen mit Windows 7 anbieten werden.

Wir haben jetzt vor allem über Windows 7 gesprochen. Heisst das, dass bei Windows Server 2008 und 2008 R2 alles halb so wild ist?

Im Gegenteil. Das offizielle Ende des Supports macht Windows Server 2008 und 2008 R2 und damit unter Umständen wichtige Infrastrukturen und Anwendungen in Ihrem Unternehmen angreifbar. Wer noch nichts unternommen hat, und weiter Systeme mit diesen Betriebssystemen nutzt, sollte nun zwingend Sicherheitsmassnahmen ergreifen. Das kann – neben oder zum Kauf der ESU – die Abschottung dieser Systeme von anderen Servern oder gar die Trennung vom Netz sein.

Last but not least: Es gibt doch auch noch die Option, die PCs und Server in die Azure Cloud zu verschieben. Was hat es damit genau auf sich?

Tatsächlich bietet Microsoft Unternehmen mit Windows Virtual Desktop, einer virtuellen Desktopumgebung in Azure, die Möglichkeit, ihre Windows 7 Desktops in die Cloud zu transferieren und gleichzeitig kostenlos von den erweiterten Sicherheitsupdates zu profitieren. Das gilt auch für Unternehmen, die bereit sind, ihre Windows Server 2008 und 2008 R2 in die Azure Cloud zu migrieren. Allerdings sollte man dabei Schnellschüsse tunlichst vermeiden und sich insbesondere dann, wenn man sich in der Azure-Welt noch nicht gross auskennt, entsprechende Unterstützung holen.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Migration auf Windows 10 oder Windows Server 2019 bzw. 2016 oder bei der Lizenzierung oder dem Kauf der neuen Betriebssysteme? Haben Sie noch Fragen zu den Extended Security Updates (ESU) oder anderen Themen rund um das Support-Ende von Windows 7 und Windows Server 2008 und 2008 R2? Wir sind gerne für Sie da.

Sie haben sich für ein Update auf Windows 10 entschieden? Dann dürfte die Windows 10 Umstiegshilfe für Windows 7 Nutzer für Sie bestimmt auch interessant sein.

Michel Vogel
Michel Vogel kümmert sich als Fachspezialist Marketing und Kommunikation um den Auftritt der WAGNER AG - ob digital oder analog, vom Event bis zum Social Media Post. michel.vogel@wagner.ch

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.